Rocknacht

25.11.2017
Festhalle Thalfang




Interviews

 

Zu jeder monatlich erscheinenden Ausgabe unserer Stadionzeitschrift

"SEPPI" gibt es immer neue Interviews mit Spielern, Trainern

oder auch Fans zu aktuellen Themen und Spielen rund um den

Verein.

 

Hier sind einige der Interviews noch einmal publiziert!

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Ich denke jeder ist hoch motiviert und möchte spielen.“

 

- A-Jugend-Spieler Michael Hackenbruch im Interview -

 

Hallo Michael, du spielst in unserer ältesten Jugend und am Samstag geht es endlich los mit der Saison. Wie groß ist die Vorfreude im Team?

Hallo Roland, ja genau richtig am Samstag starten wir zu Hause mit der A-Jugend gegen die JSG aus Hetzerath. Die Vorfreude ist natürlich riesig, bedingt durch die lange Sommerpause, die sich jetzt bis in den November gezogen hat. Zudem war es lange unklar ob es überhaupt eine A Jugend geben wird.
Ich denke jeder ist hoch motiviert und möchte spielen.

 

Erzähle uns kurz, wie du zur JSG kamst und wie deine bisherigen Fußball-Erfahrungen verliefen. Wie verlief die Vorbereitung unter Trainer-Gespann Schmidt-Bollig? Wo lagen die Schwerpunkte im Training?

Es hat lange gedauert bis ich zur JSG gefunden habe, vorher war ich zwar jeden Tag auf dem Bolzplatz und habe Fußball gespielt, bin aber erst im November 2012 zur damaligen C-Jugend dazu gestoßen. Zu meinem Pech gab es zu dem Zeitpunkt leider keine B-Jugend und somit war ich nicht spielberechtigt. So habe ich erst 7 Monate lang nur trainiert und durfte dann in der Saison 13/14 mit der B-Jugend starten. Auf die B-Jugend Saison folgte dann wieder ein Jahr Pause. Desto glücklicher bin ich jetzt, dass es wieder eine A-Jugend gibt. Ich denke wir sind mit dem Trainergespann Schmidt-Bollig, die sich gegenseitig gut ergänzen, hervorragend aufgestellt. Wir haben uns intensiv auf die Saison vorbereitet, die Schwerpunkte lagen darin Kondition aufzubauen und die Technik von Abwehr bis zum Sturm individuell zu verbessern. Wir haben in unserem Kader vier Spieler, mit mir inklusive, die nicht regelmäßig gespielt haben. Im Testspiel gegen die A-Jugend aus Idar-Oberstein haben wir zumal schon eine gute Mannschaftsleistung abgerufen.

 

Was erwartet euch am Samstag für ein Gegner? Worauf wollt ihr eurerseits aufbauen bzw. anknüpfen?

Am Samstag dürfen wir die JSG Hetzerath zu Hause begrüßen. Wenn ich an die A-Jugend aus Hetzerath denke, fällt mir sofort ein Name ein: Peter Thielmann. Mit Thielmann, der zuvor bei TuS Koblenz gespielt hat, hat Hetzerath einen richtig starken Angreifer, den man nicht unterschätzen sollte.
Dennoch sollten wir uns, von den sonst so dominanten Hetzerathern, nicht beeindrucken lassen. Wir müssen versuchen den Stürmer schon bei der Ballannahme zu stören und uns nicht hinten reinzumauern. Das Hetzerath nicht unschlagbar ist hat letzte Woche schon die Jugend aus Morbach gezeigt, die mit einem Remis (1:1) in Hetzerath in die Saison gestartet sind. Wir sollten an die Leistung aus dem Testspiel gegen die JSG Idar-Oberstein anknüpfen und unser Spiel aufziehen.

 

Wie sieht das Teamgefüge der A-Jugend aus? Welche Ziele habt ihr euch gesetzt?

Das Team hat sich unterschiedlich gemischt, viele haben schon mal zusammengespielt, wir haben aber auch neue Spieler dazu bekommen, die sich schnell integrieren konnten. Die Einstellung ist sehr positiv gestimmt.
Zu den Führungspielern gehören für mich ganz klar unser Kapitän Florian Haumann und „Abwehrchef“ Stefan Jücker. Unsere Ziele sind nicht klar definiert aber ich denke unser Ziel ist es in möglichst jedem Spiel zu punkten. Die Gegner in unserer Klasse sind alle zu schlagen.

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Für Thalfang wird es wichtig sein, die jüngeren Jugendstationen zu stärken, da einige Fußballer es scheinbar vorziehen die Jugend bei der JFV Morbach zu absolvieren. Würden alle Thalfanger auch bei Thalfang spielen, so wäre Thalfang viel konkurrenzfähiger!“

 

- Im Interview: A-Jugendspieler Florian Haumann -

 

Hi Flo, schön dich für ein Interview für unsere Stadionzeitschrift zu gewinnen! Du bist seit 2013 für die JSG Thalfang fußballerisch aktiv, hast nach der Jugend des SV Morbach nun hier zwei B-Junioren-Spielzeiten verbracht. Wie fällt dein bisheriges Résumé aus für die Dinge auf und neben dem Platz?

Ja hallo Roland danke erstmal für die Einladung. Zusammenfassen könnte man die letzten beiden Spielzeiten bei Thalfang so, dass es viele Auf und Abs gab. Dies betrifft aber lediglich die Leistungen auf dem Platz. Außerhalb vom Platz war die Stimmung stets gut und es gab so gut wie nie Differenzen zwischen Trainern und Spielern oder, wie es bei anderen Vereinen vielleicht mal der Fall ist, unter den Spielern selbst.
 

Nun gibt es seit Langem endlich einmal wieder ein A-Jugend in der JSG. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge und Planungen? Wann geht das Training los, hat das Trainerteam sich schon vorgestellt? Spielt ihr 9er/ 11er?

Ja erfreulicherweise hat Thalfang endlich mal wieder eine A-Jugend. Geplant ist, dass wir 11er spielen, was jedoch noch in den Wolken steht, da wie üblich eine gewisse Knappheit im Kader besteht. Diese Knappheit betrifft allerdings nicht das Trainerteam, welches sich bereits vorgestellt hat. Unsere beiden Trainer sind Gerd (Schmidt, Anm. d. Red.), der Lehrer ist, und Sebastian Bollig, den die meisten bereits von der ersten Mannschaft kennen.

 

Die Mannschaft ist ja vom Stamm her ähnlich der B-Jugend-Mannschaft 2013/ 14, wo die Achse Pick – Jücker – Jung – Haumann damals auch zur Mannschaft gehörte. Versuchen wir einmal den aktuellen Stand auszuloten und die Punkte zu finden, die evtl. wichtig sein werden, um das Team gut auf den Spielbetrieb A-Jugend und später in den Seniorenbereich vorzubereiten.

Wie ist der Teamgeist Stand jetzt und nach den gemeinsamen Spielzeiten?

Wie wichtig wird die Erfahrung älterer Spieler sein?

Wo liegen im sportlichen Bereich die Stärken, woran muss noch gearbeitet werden?

Wie hat sich die Mannschaft entwickelt in den letzten beiden Spielzeiten?

Ja, wie von dir bereits angesprochen kennen sich die meisten Spieler untereinander schon. Beim ersten Treffen hat sich schon gezeigt, dass sich die Spieler untereinander gut verstehen, was eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Saison darstellt.

Ob die älteren Spieler, eine wichtige Rolle im Kader einnehmen werden wird sich noch zeigen, jedoch ist aufgrund des kleinen Kaders wichtig, dass auch die jungen Spieler voll mitziehen. Sportlich hat das Team einige Stärken, jedoch auch noch die ein oder andere Schwäche an der noch gearbeitet werden muss. Meiner Meinung nach hat unser Team eine gute Technik und viele gute Einzelspieler, was uns jedoch direkt auch zu den Schwächen bringt. Denn die Hauptaufgabe für die Trainer wird es sein, dass die Spieler auch auf dem Platz eine Einheit werden, wie sie es abseits vom Platz sind. Fußballerische Qualitäten für eine gute Saison sind auf jeden Fall gegeben, woran noch gearbeitet werden muss ist die Mentalität der Spieler.

Was du bereits angesprochen hast ist die Entwicklung der Spieler. Die letzten beiden Spielzeiten waren ja ergebnistechnisch nicht besonders erfolgreich, jedoch hat sich das Team fußballerisch gut entwickelt.

Ich habe die Hauptaufgabe der Trainer ja bereits angesprochen. Wichtig wird sein eine gute Vorbereitung zu absolvieren, welche der Mannschaft hoffentlich Selbstvertrauen für die Saison geben wird. Auch fußballerische Grundlagen, wie das Verschieben bei gegnerischem Ballbesitz, Hinterlaufen der Außenverteidiger oder das Pressing im Team müssen nochmal trainiert werden, da diese Sachen nur funktionieren, wenn jeder versteht was er macht und auch wirklich richtig mitmacht.

 

Wie kann man den JSG-Bereich auch perspektivisch immer von F- bis hoch zur A-Jugend aufrechterhalten? Siehst du eine Perspektive und konkrete Handlungsansätze? Wie ordnest du in diesem Zusammenhang die Rolle von Jugendleiter Weckschmied ein?

Die jüngeren Jugendstationen von Thalfang kann ich nur schwer beurteilen, da ich diese nicht durchlaufen habe, aber was ich sicher sagen kann ist, dass es für Thalfang wichtig sein wird diese zu stärken, da einige Fußballer es scheinbar vorziehen die Jugend bei der JFV Morbach zu absolvieren. Würden alle Thalfanger auch bei Thalfang spielen, so wäre Thalfang viel konkurrenzfähiger und könnte mit vielen regionalen Vereinen mithalten. Du hast grade schon Peter Weckschmied gennant. Wie gesagt kenne ich mich im Jugendfußball von Thalfang nicht besonders gut aus, aber sogar ich weiß welch wichtige Rolle Peter bei der Jugendarbeit in Thalfang einnimmt. Selten habe ich jemanden getroffen, der sich so für einen Verein einsetzt, sich so stark mit ihm identifiziert und mit jedem seiner Spieler ein so gutes, fast freundschaftliches Verhältnis hat.

 

Letzte Frage: Wie sehen deine persönlichen Ziele mit der A-Jugend und Planungen für den Seniorenbereich aus?

Ich habe große Ziele für nächste Saison, so hoffe ich ehrlich gesagt, dass wir die Saison in der oberen Tabellenhälfte beenden werden, da die fußballerischen Qualitäten dafür auf jeden Fall gegeben sind. Ja das ist eine gute Frage über die ich mir ehrlich gesagt schon viele Gedanken gemacht habe, aber noch keine Entscheidung getroffen habe. Eine Zukunft bei Thalfang kann ich mir auf jeden Fall gut vorstellen. Ich hoffe das beantwortet deine Frage ausreichend.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

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Ein Sportverein in Thalfang bedeutet für jeden Einzelnen

Lebensqualität, die wenn es engagierte Menschen nicht

gäbe, verschwinden würde!“

 

 

Sebastian Töppler (27) ist schon lange omnipräsent im Verein vertreten: Kapitän der 2. Mannschaft, Beisitzer im Vorstand, Koordinator und Organisator auf und neben dem Platz. Durch diese Vielseitigkeit hat er Einblick in viele Bereiche und auch aktuelle Problemfelder, die er im Interview durchleuchtet.

 

Hallo Sebastian, die Saison 2014/ 2015 geht am Sonntag zu Ende und es wurde oft diskutiert, dass es für beide Teams wie anfangs zu erwarten komplett andere und schwierige Spielzeiten waren. Welches Résumé ziehst du sportlich sowie zwischenmenschlich bzgl. beider Mannschaften der SG?

Hallo Roland, das zweite Jahr unserer Spielgemeinschaft verlief deutlich holpriger als das vorangegangene, in dem mit einer ordentlichen Platzierung der II. sowie dem Aufstieg der 1. Mannschaft für ein erstes Jahr nahezu alles glatt und reibungslos lief.

Ich hätte mir gewünscht die Strukturen um die SG selbst weiter zu verbessern und auch sportlich auf der spielerischen Entwicklung des letzten Jahres aufzubauen.

Dies gelang jedoch aus verschiedenen Gründen nicht, die ich Dir hier gerne aus meiner Sicht darstellen möchte.

So konnte das – zwar schon länger zurückliegende - für mich sehr überraschende Ausscheiden von Rüdiger Heß aus dem SG Vorstand nicht voll aufgefangen werden, was zumindest zwischenmenschlich für eine große Lücke gesorgt hat…

Darüber hinaus kann es keine förderliche Konstellation sein, wenn der Vorsitzende wegbricht und es anschließend an klaren Zuständigkeiten und Verantwortlichen fehlt. So kann mein Freund Peter Weckschmied, der die SG kommissarisch leitet, bei allem Einsatz diese Funktion nicht mit der notwendigen Sorgfalt und Konsequenz ausfüllen. Dies ist der schlichten Überlastung aus Trainertätigkeit in der Jugend, der Jugendleitung der Spfr. Thalfang und des zugegeben auch nicht einfachen Jobs als Trainer der II. Mannschaft geschuldet.

Notwendige Unterstützung seitens des Vorstands der Sportfreunde konnte auch aufgrund der bekannten gesundheitlichen Problematik unserer bisherigen Präsidenten Andreas Schmidt nicht in dem Maß geleistet werden. Sonstige Impulse abgesehen der ohnehin schon stark in die Vereinsarbeit eingebundenen Personen vermisse ich leider vollends…

Auch sportlich lief deutlich zu viel schief, was sich im sang- und klanglosen Abstieg aus der A Klasse der 1. Mannschaft und den deutlich nachlassenden Leistungen der II. Mannschaft tabellarisch und in Ergebnissen widerspiegelt.

Den sportlichen Niedergang möchte ich jedoch nicht ausschließlich am Trainer festmachen. Hier wurde soweit es die Rahmenbedingungen ermöglichten gerade in der Sommervorbereitung sehr gute Arbeit geleistet. Vielmehr konnte der Aderlass an Spielern, die die SG aus unterschiedlichen Gründen verlassen haben nicht kompensiert werden. So musste die 1. Mannschaft auf ihren torgefährlichsten Spieler verzichten, der eine nachvollziehbare höherklassige Herausforderung suchte.

Eigentlich bereitstehender Ersatz mit Potenzial, der sicherlich mittelfristig die entstandene Lücke hätten schließen können brach zum Ende der Sommervorbereitung bzw. im Laufe der Saison weg, was jede Planung und aufkommende Spielphilosophie mehr als nur erschwerte.

Die II. Mannschaft war in dieser Hinsicht auch nicht besser dran. Der schrumpfende Kader der 1. machte sich natürlich auch in der Durchlässigkeit zur II. Mannschaft bemerkbar.

Weiter beendete Johann Born, der die in der vergangenen Spielzeit neu eingeführte Viererkette lenkte und stabilisierte seine aktive Laufbahn. Mit Jonas Grigo und Roland Krause, die aus beruflichen Gründen den Hunsrück verlassen haben fehlen nun weitere Spieler, die Eckpfeiler der Mannschaftshierarchie waren.

Mögliche Nachfolger entwickeln sich zum einen nicht von heute auf morgen oder scheitern an sich selbst.

Ein Kernproblem sehe ich in der mangelnden Kaderbreite beider Mannschaften – nicht nur für die 90 Minuten auf dem Platz – sondern auch im Trainingsbetrieb, in der Kabine. Die Bereitschaft schon im Training auch Defizite über charakterliche Dinge auszugleichen leidet darunter. Gerade wenn einzelne auf ihrer Position konkurrenzlos sind und dadurch nicht mehr an ihre Grenzen gehen führt dies meiner Meinung nach als ein Aspekt dazu ob gute oder schlechte Ergebnisse erzielt werden.

Ein weiterer Aspekt, der uns in dieser Saison ständig begleitet hat ist die Unruhe. Unruhe, die von eigenen Spielern in die Mannschaft getragen wurde und die ich einfach unreifem Verhalten zuschreibe. Um hier ein Beispiel zu nennen: Gerade der große Block, der (wieder) nach Heidenburg wechselte hätte meiner Meinung nach gut daran getan weniger zu reden, stur Fehler bei anderen zu suchen und stattdessen Gas im Training zu geben um sich dort für Einsätze und den eigenen Ansprüchen entsprechend zu empfehlen.

Die Charakterfrage ist für mich eine ganz entscheidende. Es fällt einem nichts in den Schoß, das sollte allen klar sein. Spieler sind (noch) genug da, jedoch muss jeder einzelne investieren, damit wir künftig auch wieder erfolgreicher sind und Spaß haben.

 

Jetzt kommt ein neuer Trainer, die Kader werden nächste Saison auch nicht "fetter". Worauf wird es speziell nächste Spielzeit ankommen? Welche Weichen müssen gestellt werden? Mittelfristig muss man den Umbruch in den Teams bedenken, der bevorsteht wenn Ältere aufhören...

Ein neuer Trainer, der die Spieler und das Umfeld noch nicht kennt kann in unserer aktuellen Situation sicherlich von Vorteil sein und neue Impulse geben. Soweit ich gehört habe, soll der neue Trainer auch eine „härtere“ Gangart haben, als beispielsweise Michael und Peter. Von daher lasse ich mich hier gerne positiv überraschen und hoffe auf eine gute Entwicklung an der alle teilhaben wollen.

Der Mittelfristige Umbruch, den du ansprichst beschäftigt den Vorstand und auch die Spieler schon länger. Glücklicherweise haben wir mit Peter Weckschmied den Mann in der VG, der sein Herzblut der Jugendarbeit verschrieben hat. Soweit ich informiert bin, stehen die Chancen für die erste A Jugend seit Jahren aktuell nicht so schlecht. Konsequente Jugendarbeit ist die einzige Möglichkeit wie wir den Spielbetrieb auch künftig aufrechterhalten können. Dies sollte allen Vereinen in derVerbandsgemeinde klar sein. Daher hat für mich die Neugründung einer vernünftig strukturierten JSG mit klaren Regeln und auch einer finanziell ausreichenden Ausstattung oberste Priorität.

Wie schätzt die die fußballerische Zukunft der VG ein? Wie lange werden Thalfang/ Berglicht und Gielert/ Hilscheid noch zwei Mannschaften halten können? Kann durch eine evtl. neue A-Jugend dem langfristig entgegen gewirkt werden? Woran scheitert generell eine fruchtbare und konstruktive Zusammenarbeit und Kooperation der Vereine?

Um diese Frage zu beantworten müsste ich deutlich weiter ausholen, was hier sicherlich den Rahmen sprengen würde. Zum einen ist der Demografische Wandel sicherlich ein entscheidender Punkt, der einfach dafür sorgt, dass nicht mehr so viele Kinder wie früher da sind, die später auch mal Fußball spielen könnten.

Weiter bin ich bezüglich der Jugendarbeit leider nicht gut genug informiert um hier eine klare Antwort geben zu können, jedoch sollte allen Vereinen und Verantwortlichen klar sein, dass das Hauptaugenmerk auf die Jugendarbeit zu legen ist. In diesem Sinne sollten alle Vereine mehr als nur interessiert an der JSG sein und diese mit allen Mitteln unterstützen.

Ansonsten setzt sich der Trend des schleichenden Vereinssterbens weiter fort. Die Welle an SG Gründungen in der Region kommt ja nicht von ungefähr. In diesem Jahr trifft es soweit mir bekannt ist die DJK Horath, die zur SG Drohntal stoßen.

Durch die SG Bildung kann zwar grundsätzlich der Spielbetrieb der Vereine aufrechterhalten werden, jedoch werden die bestehenden Sportanlagen immer weniger genutzt und letztendlich gehen die Lichter irgendwann aus.

Du bist jemand, der sich sehr viel und sehr gerne engagiert und dabei auch oft viel Zeit opfert. Eine oft aufgeworfene Frage heutzutage: Wie kommt es, dass Leute wie du oder Weckschmied so viel investieren für den Verein und summa summarum die Aufgaben so ungleichmäßig verteilt werden? Fehlt es an Interesse der Leute für den Verein? Hapert es an der Kommunikation im Verein und damit am Delegieren? Verliert das Vereinsleben an Attraktvität? Andere Beispiele wie Bambinis, Erbeskopfmarathon widersprechen hingegen diesem Trend, der natürlich in der JHV seinen Höhepunkt hatte. Hast du Erklärungsansätze bzw. erkennst du Trends?

Glücklicherweise kann ich deine Aufzählung noch um einige Personen ergänzen, die auch sehr sehr engagiert sind und ohne deren Wirken – vor allem - im Hintergrund überhaupt nichts gehen würde. Ich denke vielmehr, dass wir hier von einem gesamtgesellschaftlichen Problem sprechen. Immer weniger Menschen sind dazu bereit sich ehrenamtlich zu engagieren und – aus meiner Sicht der wesentliche Punkt - zu verpflichten und finden daher immer irgendeine Ausrede, warum das grad nicht passt.

Ich bin davon überzeugt, dass sich jeder ein Stück weit einbringen könnte. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Viele, viele Kleinigkeiten, die immer wieder an den gleichen Personen hängen bleiben machen nämlich in der Summe die Arbeit.

Einfach mal sagen: „Ich mach’s“ fällt anscheinend immer schwerer. Aber gerade das Ergebnis der Dinge, die man selbst mitgestaltet, machen für mich den Reiz der Vereine aus und geben einem doch ein Stück weit die Möglichkeit der Selbstverwirklichung.

Schau dir zum Beispiel mal Peter Weckschmied an, der eigentlich nur wollte, dass sein Sohn Fußball spielen kann … Was daraus heute geworden ist.

Bei mir war es ja ähnlich. Ich bin mit 20 Jahren zu den Sportfreunden in die II. Mannschaft gekommen, weil ich gerne gegen den Ball trete und damit für mir fast völlig Fremde die Chance besteht sonntags vielleicht mal 11 Mann zusammen zu bekommen. Das der Verein und die Menschen um Ihn irgendwann mal so gewichtig werden hätte ich ja selbst nie für möglich gehalten und hatte das anfangs auch nicht vor.

Über Dinge die zu verbessern waren habe ich mich im Laufe der Zeit dann nicht nur beschwert und gemeckert, sondern habe Sie eben selbst in die Hand genommen oder zumindest dabei geholfen. So führt dann eines zum Anderen…

Ähnlich war es bei der vergangenen JHV zu der sich kein neuer Präsident finden lassen wollte. Das ist schon erstaunlich und bedenklich. Zum Glück hat sich Wolfgang „Bootsmann“ dann ein Herz gefasst und hat gesagt „Ich mach’s“, woraufhin mein Bruder Christian dann über den Schatten von mehr als 400 Mitgliedern gesprungen ist und den Geschäftsführerposten übernommen hat. Die beiden sehen das ganz ähnlich und investieren eben etwas in den Verein. Und das geht dann auch ;-)

Ein Sportverein in Thalfang, mit solch einem Angebot an Aktivitäten und Möglichkeiten bedeutet nämlich für jeden Einzelnen Lebensqualität, die wenn es engagierte Menschen nicht gäbe, verschwinden würde!

 

Vielen Dank für das Interview!

 

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Das spielerische Potential um 10-15 Punkte mehr auf dem Konto zu haben, ist eigentlich vorhanden!“

 

Neuzugang Niklas Bollig wechselte im Winter vom SV Morbach zur SG. Der junge Tallinger verfügt über ein hervorragendes Torwartspiel, das er sich bei seinen vielen Stationen angeeignet hat. Im Interview spricht er über die aktuelle Lage der 1. Mannschaft, versucht Gründe zu finden und spricht über Zukünftiges.

 

Hallo Niklas, du bist seit dem Winter neu bei uns, bekleidest seitdem das Tor der 1. Mannschaft. Erkläre und bitte kurz deine Fußball-Vita und deine Beweggründe für den Wechsel vom SV Morbach.

Servus, meine Fußballkarriere habe ich bei der Jsg Büdlich begonnen und bin in der C-Jugend zu Eintracht Trier gewechselt. Nach 2,5 Jahren in Trier, wechselte ich zur JFV Hunsrückhöhe Morbach. In meinem letzten Jugendjahr schlug ich meine Zelte bei der TuS Mosella Schweich auf, ehe ich für meine erste Seniorensaison zurück zum SV Morbach gewechselt bin. Zu den Sportfreunden bin ich gewechselt, da ich beruflich nach Stuttgart gezogen bin und nur noch am Wochenende zuhause weile. Dadurch hatte ich jetzt ein halbes Jahr komplett aufgehört, aber da mir in dieser Zeit das Fußball spielen gefehlt hat und ich der Mannschaft im Abstiegskampf helfen wollte, habe ich mich zu dem Wechsel entschlossen.

 

1. Mannschaft: Die letzten Spiele hat sich das Team immer sehr gut verkauft, scheitere jeweils knapp. Wie bewertest du die letzten Spiele? Woran hat es gelegen?

Die letzten Spiele waren in der Tat sehr unglücklich. Wir waren stets gleichwertig und haben fussballerisch sowie vor allem kämpferisch eine durchaus ansprechende Leistung geboten. Allerdings bringen wir uns die gesamte Rückrunde immer selber um den Lohn der harten Arbeit, sei es durch individuell vermeidbare Fehler oder vor allem durch dumme Standardgegentore. Seit ich im Tor stehe haben wir von 12 Gegentoren 8 per Standards kassiert. Wenn man dann noch zweimal Punkte durch Gegentore in der Nachspielzeit liegen lässt, muss man von fehlender Cleverness sprechen. Dazu fehlte uns das nötige Quäntchen Glück. 

 

Du kennst die A-Klasse gut, hast in der letzten Spielzeit das Tor des SV Morbach II gehütet. Kannst du versuchen, die Gründe für die sportliche Abgeschlagenheit und die damit einhergehende fehlende Qualität plakativ zu verfassen?

Auffällig ist, dass die A-Klasse im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Qualität gewonnen hat. Dies vor allem in der Breite. Mittlerweile spielen alle Teams auf einem ähnlich hohem Niveau und jeder kann jeden schlagen. Genau deshalb entscheiden Nuancen über den Ausgang der Partien. Genau das zeigt unser Trend regelmäßig mit einem Tor Unterschied zu verlieren. Der kleine aber entscheidende Unterschied ist auf mehrere Tatsachen zurückzuführen: Mangelnde offensive Durchschlagskraft, fehlende Cleverness bzw. Abgeklärtheit, ein Tick fehlendes Selbstvertrauen und auch fehlende individuelle Klasse. Hinzu kommt ein mittlerweile stark ausgedünnter Kader und eine Wintervorbereitung die unter sehr schwierigen Bedingungen stattfand. Es gibt viele kleine Stellschrauben an denen gedreht werden muss, um das Momentum auf unserer Seite zu bringen. Das spielerische Potential um 10-15 Punkte mehr auf dem Konto zu haben, ist eigentlich vorhanden. 

 

Wie erklärst du dir das "Rätsel", dass man v.a. in direkten Abstiegsduellen versagt hat und gegen starke Teams z.T. stark auftrumpfte? Da scheint ja doch die Qualität einerseits da zu sein, oder fehlt sie demgegenüber in den Spielen, wo unser Team nicht abwarten kann?

Diese Frage habe ich mir bereits auch häufiger gestellt. Ich habe zwei Erklärungsansätze: Zum einen kann man gegen Gegner wie Neumagen ohne jeglichen Druck in die Partie gehen, weil man weiß das keiner was von einem erwartet. Im Gegensatz dazu waren Spiele gegen Gegner aus den unteren Tabellenregionen immer gleich Jetzt-oder-nie Spiele, was scheinbar die Mannschaft blockiert und diese nicht mehr die volle Leistungsfähigkeit abrufen kann. Mein zweiter Ansatz ist ein taktischer: Gegen spielerisch überlegene Mannschaften können wir tief stehen und uns aufs unsere Stärke das Verteidigen konzentrieren und zwei, drei Nadelstiche setzen. Wenn wir jedoch gegen direkte Konkurrenten spielen und wir selber das Spiel machen müssen, bekommen wir meist Probleme, weil wir komplett die Ordnung verlieren und uns in der Offensive viel an Kreativät und Durchschlagskraft fehlt. Wir sind einfach keine Mannschaft die den Gegner mit Ballbesitz Fussball dominieren kann. Aber eins möchte ich klar stellen: Mit mangelndem Einsatz oder Willen haben die Niederlagen nichts zu tun! 

 

Wie muss sich unsere SG ab der nächsten Spielzeit positionieren, um eine solide Basis für eine gute Perspektive zu schaffen? Welche Weichen müssen gestellt werden bzgl. neuer Trainer, Jugendspieler, Strukturen? Wo kann man ansetzen? Wie siehst du die Zukunft?

Zuerst gilt es einen neuen Trainer zu finden, der ein langfristig angelegtes Konzept und eine eigene Spielidee mitbringt. Zusätzlich muss der derzeitige Kader soweit wie möglich zusammen gehalten werden und darüber hinaus in der Breite, aber auch in der Qualität punktuell verstärkt werden. Dann denke ich hat man eine Truppe mit einer guten Mischung aus jungen und älteren Spielern beisammen, die das Projekt Wiederaufstieg in ein bis zwei Jahren realisieren sollte. Dann ist es ein Muss sich langfristig in der A-Klasse zu halten. Dazu bedarf es aber einige Verbesserungen in der Struktur. Die erste und zweite Mannschaft muss näher zusammen rücken, d.h. der Spieleraustausch flexibler sein. Meiner Meinung nach müsste man sich mehr als eine Mannschaft betrachten und nicht so strikt die Mannschaften trennen. Es fehlt an Spielern die das Ziel haben, in die höher spielende Mannschaft zu rücken. Die Trainingsbeteiligung gilt es zu verbessern und die Organisation muss professioneller werden und bessere Trainingsbedingungen geschaffen werden, z.b. leidet die Trainingsqualität darunter das kein großes tragbares Tor zur Verfügung steht. Außerdem sollte man bei der Verpflichtung nach den letzten Negativerlebnissen mehr auf den Charakter der Neuerwerbungen achten. Diese Banalitäten entscheiden oft über Erfolg und Misserfolg. Ich denke im Bereich der Jugendarbeit ist der Verein auf einem guten Weg, perspektivisch gibt es einige Spieler die nachrücken können. Diese gilt es im Verein zu halten und in die erste Mannschaft zu integrieren. Gespräche über eine A-Jugend nächstes Jahr sind scheinbar am laufen, eine Realisierung des Projekts wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. 

 

Was sind deine persönlichen Ziele mit der SG?

Kurzfristig möchte ich die Saison so gut wie möglich zu Ende bringen, am besten mit zwei, drei Erfolgserlebnissen. Auch wenn der Klassenerhalt nach der Niederlage gegen Dreis wohl vom Tisch sein dürfte, müssen wir die letzten Partien mit dem nötigen Ernst angehen, vor allem im Hinblick auf die nächste Saison. Ein Spiel zu null wäre auch mal eine feine Sache ;). Dann hoffe ich, dass ich in naher Zukunft Teil einer Mannschaft sein kann, die schnellstmöglichst die Rückkehr in die A-Klasse schafft und sich dort langfristig etablieren kann. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben und ich möchte mit ein paar Paraden helfen dies zu ermöglichen.

 

Kurzer Ausflug, optionale Frage: Woran liegt es, dass bei einem Verein wie den Sportfreunden Thalfang die JHV so miserabel besucht ist? Fehlendes Interesse, mangelne Identifikation, Verdrossenheit oder evtl. das schleichende Aussterben eines Vereins, um es einmal drastisch zu verfassen? Hast du Erklärungsansätze?

Ich betrachte das eher als Folge des allgemeinen Trends. Diese Probleme teilen die Sportfreunde mit vielen anderen Vereinen. Für eine genaue Analyse bin ich noch nicht lange genug im Verein. Das einzige was mir auffällt ist, dass zu viele Aufgaben auf zu wenigen Schultern lasten. 

 

Danke für das Interview!

 

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"Meiner Meinung nach wird zu wenig Engagement und Grundverständnis den Schiedsrichtern entgegengebracht."

 

Oktober 2014

Herbert Gerstel (63) ist ein einzigartiges Exempel für ehrenamtliches Engagement und Vereinsidentifikation.

Seit nunmehr 37 Jahren steht Hder Ehrenpräsident für die Sportfreunde in einer Vielzahl von Ämtern ein und nimmt im Interview vor allem Bezug auf das Problemfeld Schiedsrichter in all seinen Facetten.

 

 

Hallo Herbert, du bist seit Jahren als Schiedsrichter im Verein aktiv, warst u.a. auch 1. Vorsitzender. Deshalb die klassische Einsteigerfrage: Erzähle uns bitte deine Sportfreunde-Vita.

Mit meinem Zuzug nach Thalfang 1975 schloss ich mich nach einer gewissen Eingewöhnungs- und Kennenlernphase 1977 den Sportfreunden an und spielte von dort an in der heimischen AH

Auf Initiative des damaligen Vorsitzenden, Karl-Heinz Hechler wurde ich 1984 Geschäfts- und Schriftführer und begleitete dieses Amt bis 1990.

Gemeinsam mit Friedhelm Fetzer betreute ich dann die damalige Jugend um Björn Fetzer, Timo Klein, Jens Gerstel und vielen anderen recht erfolgreich von 1988 bis zur A-Jugend 1998.

1992 wurde ich auf der Mitgliederversammlung als Nachfolger des seinerzeitigen Vorsitzenden Dieter Rodenberger zum 1. Vorsitzenden der Sportfreunde gewählt und hatte dieses Amt bis zum Tode meiner Ehefrau Mechthild im Jahre 2003 inne.

Bei der Jahreshauptversammlung 2003 und der Übergabe meines Amtes an meinen Nachfolger wurde ich von den Sportfreunden zu deren Ehrenvorsitzenden ernannt.

Aufgrund des bestehenden Schiedsrichtermangels ließ ich mich 1981 dazu überreden, die Schiedsrichterprüfung abzulegen, um für die Sportfreunde künftig Spiele zu pfeifen. Seitdem sind 33 Spielzeiten mit 1.335 Spielen vergangen und es macht mir immer noch Spaß, Sonntag für Sonntag bei den Spielen als Aktiver dabei zu sein.

Da 1998 ein Platz in der Kreisspruchkammer des Spielkreises Mosel frei wurde, habe ich mich hierauf beworben, weil ich die Möglichkeit sah, den Hunsrück, in diesem Gremium vertreten zu können und meine Kenntnisse etc. einbringen zu können. Auch hier sind zwischenzeitlich 16 Jahre vergangen und es macht immer noch Freude, nach Möglichkeit Gerechtigkeit gegenüber Spielern und Vereinen walten zu lassen.

Kommen wir auch direkt zur Sache: Das Schiedsrichterwesen im Amateurfußball ist seit Jahren ein großes Problemfeld und es ist kaum Besserung in Sicht. Wie lässt sich diese Entwicklung erklären? Wie kann man Abhilfe schaffen und diesem Trend entgegen wirken?

Dies ist ein ganz schwieriges Problem, wofür ich auch keine Patentlösung parat habe.

Jedoch gebe ich ganz persönlich auch den Vereinen eine nicht unerhebliche Mitschuld an dem Dilemma, da von hier nach meiner Meinung zu wenig Engagement und Grundverständnis den Schiedsrichtern entgegengebracht wird. Oftmals fehlt die Einbindung der Schiedsrichter im Verein. Bei Beschaffung von Trainingsanzügen oder anderen Ausrüstungssachen wird nur an die aktiven Seniorenmannschaften gedacht, der Schiedsrichter bleibt ebenso außen vor, wie bei Mannschaftsfeiern etc.

Aber auch die Aggressionen seitens der Zuschauer bei strittigen Entscheidungen, die in kürzester Zeit, ohne etliche Wiederholungen und Zeitlupen getroffen werden müssen, tragen mit dazu bei, dass viele Neulinge unter den Schiedsrichtern nach kurzer Zeit wieder die Segel streichen. Auch hier sind die Vereine gefordert, bei etwaigen Entgleisungen der Zuschauer sofort einzuschreiten, um dem Schiedsrichter signalisieren zu können, das er der offiziellen Vereinsseite akzeptiert und anerkannt wird.

Wie kann unsere SG aktiv entgegen wirken und wieder Unparteische an Land ziehen?

Nach meiner Meinung sollte man bereits bei den Jugendlichen im Alter zwischen 12- und 14 Jahren versuchen, vielleicht über eine AG in der Schule, aktiv zu werden und den Versuch zu starten, Schiedsrichteranwärter zu gewinnen. Wenn von 6 – 8 Interessenten dann vielleicht 1 oder 2 künftige Aktive gewonnen werden können, wäre schon viel erreicht.

Auch mit dem Angebot zur Aufstockung des Taschengeldes durch einen Vereinszuschuss kann man vielleicht den einen oder anderen hierfür gewinnen. Voraussetzung hierzu ist jedoch, dass dies Aktive oder ehemalige Aktive unserer Seniorenmannschaften in die Hand nehmen und überzeugend die Jungen hierzu begeistern können. In einigen Vereinen unseres Spielkreises ist dieses Konzept schon erfolgreich umgesetzt worden

Wie siehst du allgemein die Diskussion um die Schiedsrichter, deren Fehlentscheidungen, die sie ja immerhin in Sekundenschnelle treffen müssen, oft heftig und stillos angeprangert werden? Wie stehst du zur Diskussion über die technischen Hilfsmittel?

Dieses Problem habe ich ja eingangs schon mal angesprochen. Es kann einfach nicht sein, dass Samstag für Samstag, oder auch bei all den Amateurspielen an jedem Wochenende die Diskussion üer die Schiedsrichterleistungen neu entfacht wird. Im Profifussball wird jedes Spiel mit einer Vielzahl von Kameras beobachtet und zahllose Zeitlupen aus allen Perspektiven zeigen Fehler der Schiedsrichter auf. Man sollte nie vergessen, dass dies auch nur Menschen sind und genau wie die Spieler Fehler machen dürfen, denn sie haben keine Zeitlupe und Wiederholungen zur Hand, um nachträgliche Korrekturen ihrer Entscheidungen vornehmen zu können. Bezüglich der technischen Hilfsmittel bin ich absolut für das Spray bei den Mauerabständen bei Freistoßausführungen. Es erleichtert die Arbeit des Schiedsrichters doch wesentlich. Jedoch ist dies im Amateurbereich wiederum nicht machbar.

Was fasziniert dich am meisten am Amt Schiedsrichter?

Die ständige neue Herausforderung, da kein Spiel gleichermaßen verläuft und nicht selten Ergebnisse entstehen, die so nicht vorauszusehen waren. Und vor allem, die Leitung eines Spiels, egal in welcher Klasse, so über die Bühne zu bringen, dass die Mannschaften mit meiner Leistung zufrieden sind und ich mit einem ruhigen Gewissen nach Hause fahren kann, ohne am Montagmorgen im TV lesen zu müssen, die Leistung des SR war eine Katastrophe.

Je höher die Spielklasse, desto...?

Ich persönlich kann nur sagen, dass je höher die Spielklasse ist, umso freundlicher ist der Umgang mit uns Schiedsrichtern sowie die Spielweise der Aktiven, vor allem und speziell im Austausch.

Ich leite sehr viele Spiele im Fußballverband Südwest, im Saarland und im Spielkreis Trier Saarburg und kann nur Gutes in Bezug auf die Schiedsrichter und das Spielniveau berichten. Dies wird mir auch auf Tagungen und Besprechungen immer wieder von meinen Kameraden bestätigt.

Unser Verein wird sich im nächsten Jahr einen neuen Vorsitzenden suchen müssen. Siehst du Kandidaten bzw. wie schätzt du die Chancen ein, einen guten Vorsitzenden zu finden?

Hierzu kann ich leider keine Vorschläge unterbreiten, jedoch sollte der neue Mann auch Bindung zu den Gremien in unserem Spielkreis haben bzw. diese intensiv und bestimmt zu pflegen. Denn Beziehungen haben bis heute noch niemanden geschadet und ohne Beziehungen hätten wir heute bestimmt keinen Kunstrasenplatz in Thalfang.

Ein letztes Wort von dir?

Insgesamt kann ich sagen, dass mir die Zeit als Aktiver, ob Geschäftsführer, Jugendbetreuer, Vorsitzender und bis zum heutigen Tag als Schiedsrichter, sehr viel an Erfahrungen gebracht hat und ich dadurch viele Freunde und Kollegen gewonnen habe.

Unvergesslich werden mir die Zeiten als SR-Assistent mit dem Kollegen Winfried Brörmann in der damaligen Verbandsliga ebenso bleiben, wie die Teilnahme am internationalen Osterturnier in Salou/Spanien, wo viele renommierte Jugendmannschaften aus den Bundesligavereinen und spanischen Spitzenclubs beteiligt waren und ich hierbei 5 Spiele leiten konnte.

Aber auch der Schiedsrichteraustausch mit dem Spielkreis Celle/Niedersachen und dem VFL Pinneberg/Niedersachen bleiben unvergesslich.

Gefreut habe ich mich über die Verleihung der DFB – Verdienstnadel anlässlich des Kreistages des Spielkreises Mosel im Sommer in Longkamp. Es zeigt mir, dass das langjährige Engagement und meine Einsatzbereitschaft anerkannt werden. Und hierauf bin ich ein bisschen stolz.

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"Es gibt kaum motiviertere Spieler als die aus der

eigenen Region!"

 

Peter Weckschmied: Jugendleiter, zweifacher Trainer, SG-Vorstand, Familienvater.

Das Energiebündel aus dem Osten ist der „Mister Sportverein“ und investiert seit Jahren massig Zeit in seine Arbeit und ist damit ein Vorbild an ehrenamtlicher Arbeit.

 

Hallo Peter, dein Name ist im Verein, der SG und der VG bekannt wie kein anderer. Jugendleiter, Trainer, SG-Vorstand – dein Engagement ist unersetzbar für uns. Erkläre uns bitte kurz, wie du zu den Sportfreunden kamst und zu deinen verschiedenen Ämtern.

Hallo Roland, zu den Sportfreunden kam ich eigentlich durch meinen Sohn Felix. Der wollte im Alter von 6 Jahren unbedingt Fußball spielen und damit hat alles angefangen mit den legendären Satz: "Wenn Du willst, das Dein Sohn bei uns Fußball spielst musst Du das wohl selber machen!" Diesen Satz bekam ich damals vom Abteilungsleiter Fußball "Seppi" Gasper zu hören.

Der Rest ist dann ganz einfach, als ich schon mal auf dem Platz war, wegen des Jugendtrainings, konnte ich auch gleich oben bleiben und bei der 2. Mannschaft mit trainieren.

Die anderen Aufgaben haben sich dann im wahrsten Sinne der Reihe nach ergeben, wobei das Hauptaugenmerk immer noch bei der Jugend zu suchen ist. Da ich es mir im Moment beruflich aufgrund meiner Arbeitszeiten auch leisten kann sind die Dinge so gekommen und machen immer noch Spaß.

Ein nicht minder wichtiger Punkt ist aber die Toleranz meiner Frau, der ich auf diesem Weg auch danken möchte, für die Geduld mit meinem Hobby, welches doch relativ zeitaufwendig geworden ist. "Danke" Anette!

Thema Jugend: Nun haben wir seit einigen Spielzeiten wieder die Mannschaften bis zur B-Jugend voll, es fehlt aber die wichtige A-Jugend. Wann kann man wieder mit einer A-Jugend rechnen und wie sieht dies perspektivisch aus? Können wir wieder dauerhaft eine A-Jugend stellen? Wie sieht hier das Konzept für die Zukunft aus?

Zu meinem Leidwesen muss ich leider sagen, dass mein hoch gehängtes Ziel hier in der JSG eine A-Jugend an den Start zu bringen leider oder wenn nur schwer zu realisieren sein wird evtl. in 2 Jahren. Wir haben leider keinen Jahrgang der eine A-Jugend-Mannschaft bilden kann. Die Jugendlichen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben spielen dann in Ihren Stammverein bei den Senioren und sind schwer zurück zu bekommen.

Auch deshalb sind wir im Moment dabei einen JSG-Vertrag mit den Vereinen auszuarbeiten, um den Spielbetrieb in unserer VG so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Jugendarbeit ist leider dem Trend der Zeit folgend auch damit verbunden den Kindern und Jugendlichen auch im Umfeld des Fußballs etwas zu bieten z.B . Trainingsanzüge, ordentliche Bälle etc.

Damit dies für uns machbar wird, ist in meinen Augen eine ordentliche Regelung für alle Vereine wichtig und unabdingbar.

Wo liegen die Probleme in der Jugendarbeit JSG? Und wie erklärst du diese?

Das größte Problem ist es Trainer und Betreuer zu finden. Wenn man sich mit den Leute (aktive Spieler, Eltern oder anderen) darüber unterhält, bekommt man immer den selben Satz zu hören: "Ich würde schon gerne, habe aber keine Zeit."

Dabei hat jeder die Möglichkeit sich in der Woche 3-5 Stunden Zeit zu machen, meiner Meinung nach. Wir trainieren fast alle Jugendmannschaften auch mit mehr als einen Betreuer deshalb ist Schicht arbeiten auch nicht das unbedingte Aus, um sich im Jugendbereich zu betätigen. Aber ich werde nicht locker lassen und weiter kräftig im selben Loch zu bohren.

Thema 2. Mannschaft: Du bist seit Anfang 2013 an der Seitenlinie und hast die Mannschaft nochmal einen Schritt vorangebracht. Was hast du seitdem verändert und wie hat sich die Mannschaft verändert? Worauf legst du als Trainer Wert, auch in puncto Spielphilosophie?

Ich glaube die größte Veränderung haben wir seit dem letzten Sommer mit der Gründung der SG gemacht. Bedingt durch das System der 1. Mannschaft (Viererkette) stellten sich uns das erste mal auch taktisch bedingte Vorgaben, die im Spielbetrieb umgesetzt werden mussten. Dies ist uns meines Erachtens relativ gut gelungen. Wir werden diese Saison versuchen mehr Druck und Geschwindigkeit nach vorne zu entwickeln und unser Spiel im Gesamten schneller zu machen.

Ansonsten steht immer noch der Geist der Gemeinschaft und der Spaß im Vordergrund auf sowie neben dem Platz.

Was erwartest du von der neuen Saison? Wie schätzt du die Klasse und das Potenzial der Mannschaft ein?

Diese Saison hoffe ich, dass wir den Tabellenplatz der letzten in etwa wiederholen können. Ich traue unserer Mannschaft durchaus zu zwischen Platz 6-3 am Ende der Saison ins Ziel zu kommen (vielleicht auch etwas mehr). Die Mannschaft ist an sich zusammen geblieben und auch die Tatsache, dass die Verstärkung der 1. Mannschaft in meinen Augen gezielt und bedacht gelungen ist, gibt natürlich auch der 2. Mannschaft andere Möglichkeiten speziell im offensiven Bereich. Durch das Zusammenlegen der drei C-Klassen ist natürlich die Dichte größer geworden. Was aber in meinen Augen auch Vorteile hat, wie keine allzulange Winterpause, mehr Spiele und nicht deswegen zuletzt auch eine aussagekräftigere Darstellung der eigenen Leistungen in der Tabelle.

Thema SG-Vorstand: Wie läuft es dort? Welche Ziele bzw. Maßnahmen habt ihr in absehbarer Zeit vorgesehen?

Dieser Punkt ist schnell abgearbeitet: Es läuft sehr harmonisch natürlich gibt es auch mal Probleme aber nichts was als Störfeuer zu handhaben ist. Das Ziel sollte sein so konstruktiv wie bisher weiter zu arbeiten.

Letzte Frage: Wie muss die SG und auch unser Verein die Weichen stellen um auch in Zukunft wettbewerbsfähig und attraktiv bleiben zu können? Wo siehst du die wichtigsten Baustellen, an denen gearbeitet werden muss?

Da fällt mir eigentlich nur ein Punkt ein. Die Jugend in unseren beiden Vereinen aktiv zu fördern und alles daran zu setzen diese Arbeit zu erhalten. Denn es gibt niemand motivierteren als ein Spieler aus der eigenen Region (negative Beispiele gibt es in jeder Liga zu sehen) und natürlich das sollte man auch nicht vergessen, keine billigeren.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

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"In der A-Klasse kann jeder jeden schlagen"